
Repräsentanten des Grenzgangs
An der Spitze des Grenzgangs steht der Mohr, begleitet von den zwei Wettläufern – eine traditionsreiche Rolle mit symbolischer Bedeutung. Ihm folgt der Bürgeroberst und Burschenoberst zu Pferd, unterstützt von seinen Adjutanten, die die Bürgerschaft vertreten. Die Sappeure ebnen den Weg, gefolgt von der Stadtfahne, den Männergesellschaften und Burschenschaften mit ihren Reitern und Führern. Diese Repräsentanten verkörpern die Tradition und den Zusammenhalt des Grenzgangs.
Bürgeroberst & Adjutanten


Aufgaben:
Früher waren Förster oder Bürgermeister die Gesichter des Grenzgangs. Doch seit 1839 haben der Bürgeroberst und seit 1848 auch der Burschenoberst diese Rolle übernommen. Heute sind sie neben den traditionellen Figuren wie Mohr und Wettläufern die
bekanntesten Gesichter des Events. Sie repräsentieren die verschiedenen Gruppen, die am Grenzgang teilnehmen, und der Bürgeroberst schließt den Grenzgang traditionell mit einer Ansprache ab.
Erkennungsmerkmale:
Anzug und Krawatte, eine breite Schärpe und ein Hut mit schwarz-rot-weißen Federn. Vor allem aber sind sie Reiter und damit meist hoch zu Ross unterwegs. Ihnen
schließen sich zwei Adjutanten an. Sie ähneln dem Oberst in den meisten Merkmalen, unterscheiden sich aber durch den Federschmuck ihrer Hüte und die Richtung ihrer Schärpe.
Burschenoberst & Adjutanten


Aufgaben:
Seit 1848 gehört der Burschenoberst fest zum Grenzgang. Er ist die Symbolfigur der jungen Generation und tritt gemeinsam mit seinen Adjutanten auf. Während des Grenzgangs ist er eines der prägnantesten Gesichter und führt die Burschen als sichtbares Zeichen der Gemeinschaft an.
Erkennungsmerkmale:
Der Burschenoberst ist in feinem Anzug und Krawatte gekleidet, trägt eine breite Schärpe und einen Hut mit schwarz-rot-weißen Federn. Hoch zu Ross sticht er aus der Menge hervor. Ihm zur Seite reiten zwei Adjutanten, die sich in Kleidung kaum unterscheiden – einzig die Federn an ihren Hüten und die Richtung der Schärpe verrät ihren Rang.
Der Mohr


Aufgaben:
Der Mohr ist eine der bekanntesten Figuren des Biedenkopfer Grenzgangs. Seit über 200 Jahren ist er ein fester Bestandteil des Festes. Er repräsentiert nicht nur die Tradition des Grenzgangs, sondern ist auch ein Symbol für die Stadt. Das Amt erfordert sowohl körperliche Fitness als auch schauspielerisches Talent. Der Mohr führt den Festzug an, tanzt, zeigt seine Säbelkunst und interagiert mit dem Publikum. Es gilt als große Ehre, diese Rolle zu übernehmen.
Erkennungsmerkmale:
Schwarze Uniform, goldene Applikationen und ein schwarz-rot-weißer Kopfschmuck. Vor allem aber das schwarz gefärbte Gesicht machen ihn zu einer besonders auffälligen Figur. Wer ihn sucht, wird an der Spitze des Zuges fündig.
Die Wettläufer


Aufgaben:
Die Wettläufer sind nicht nur Sportler, sondern auch eine Art lebendige Wegweiser für den Grenzgang. Mit ihren Peitschen und ihrem schnellen Lauf lenken sie die
Aufmerksamkeit auf sich. Ihre Aufgabe war es früher, Nachrichten zu übermitteln, heute sind sie vor allem ein beeindruckendes Schauspiel für die Zuschauer. Ihre Präsenz ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Grenzgangs.
Erkennungsmerkmale:
Am Morgen: Blaue Weste über weißem Hemd, dazu ein rotes Halstuch. Am Nachmittag: Die Weste wird gewendet und ist nun rot, das Halstuch blau. Den Kopf krönen die gleichen schwarz-rot-weißen Federn wie auch den Mohr. Will man sie finden,
muss man nur den Ohren folgen. Wo die Peitschen knallen, da sind die Wettläufer.
Männerhauptmann & Adjutant


Aufgaben:
Das Amt des Männerhauptmanns ist erst seit 1935 Teil des Grenzgangs. Gemeinsam mit seinem Adjutanten bildet er das Bindeglied zwischen den Führern und dem Bürgeroberst.
Erkennungsmerkmale:
Wie der Oberst laufen die Hauptmänner in Anzug und Krawatte auf. Unterscheiden kann man sie durch den Federschmuck und die Schärpen. Der Männerhauptmann und sein Adjutant tragen sie in der Farbe grün und gelb.
Burschenhauptmann & Adjutant


Aufgaben:
Im Jahr 1886 gründeten sich viele der heute noch bekannten Burschenschaften, und seitdem gibt es auch einen Burschenhauptmann. Damit ist dieses Amt deutlich älter als das des Männerhauptmanns, den es erst seit 1935 gibt. Beide fungieren als Bindeglied
zwischen den Führern und dem Oberst.
Erkennungsmerkmale:
Der Burschenhauptmann zieht eine rot-weiße Schärpe über und trägt Federschmuck in rot-weiß. Sein Adjutant trägt die Schärpe über der linken Schulter und sein Hut verziert eine weiße Feder.
Männerreiter &
Burschenreiter


Aufgaben:
Die Grenzgangsreiter stehen in den Gesellschaften den Führern vor und haben die Ehre die Gesellschaften an den 3 Grenzgangstagen hoch zu Ross auf den Marktplatz zu führen. Damit all das gut gelingt, werden die Pferde im Vorfeld auf die langen Strecken, die Peitschengeräusche, Kapellen und Menschenmengen vorbereitet. Zu den Highlights zählen hierbei die Ausritte in die Nachbargemeinden und das Musikreiten.
Erkennenungsmerkmale:
Sowohl die Burschen-, als auch die Männerreiter begehen den Grenzgang zu Pferde. Hierbei unterscheiden sie sich optisch kaum von den Bürger- und Burschenobersten. Sie tragen die selbe Uniform, aber ihr Hut wird lediglich durch eine Feder geschmückt.
Burschenschaften & Männergesellschaften


Aufgaben:
Die Männergesellschaften und Burschenschaften bilden das Rückgrat des Grenzgangs. Sie organisieren nicht nur einen Teil der Strecke, sondern tragen auch maßgeblich zur Gestaltung des Festes bei. Ihre Fahnen, Uniformen und Traditionen prägen das Bild des Grenzgangs und machen ihn so einzigartig. Durch ihre aktive Teilnahme sorgen sie dafür, dass das Fest lebendig bleibt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Erkennungsmerkmale:
Die Burschenführer tragen eine rot-weiße Schärpe, die Männerführer eine grün-gelbe. Dazu kommt ein Säbel und ein Hut mit Feder.
Grenzgangsverein & Komitee


Die Mitglieder des Komitees setzen sich aus den Reihen der Mitglieder des Grenzgangsvereins Biedenkopf zusammen und bilden deren Vorstand. Diesem wiederum steht der geschäftsführende Vorstand, bestehend aus 1. Vorsitzendem, 2. Vorsitzendem, Rechner und Schriftführer vor. Vorrangigste Aufgabe des Komitees ist die Planung und Durchführung eines jeden Grenzgangs. Dies geschieht in enger Absprache mit den in den Männergesellschaften und Burschenschaften gewählten Führer und Repräsentanten um Oberste und Hauptmänner sowie deren jeweiligen Adjutanten. Ab dem Jahr 1839 und dem erfolgten Schritt der Gebietsreform hatte der Grenzgang in Biedenkopf seinen amtlichen Charakter verloren und wird seither als fröhliches Fest gefeiert. Seit diesem Grenzgang trat ein „Comitee“ als Organisator auf. Der gegründete Grenzgangsverein tat sich erstmals beim Grenzgang 1894 hervor, das Komitee wurde aus den Mitgliedern des Vereins gewählt, was auch heute noch den Regularien entspricht.
