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Männergesellschaft  
Thauwinkel/
Eschenberg

Ersterwähnung: 1894 | Fahne von 1894

Figuren Grenzgang (6).png

Nachdem beim Grenzgang 1886 die Thauwinkelstraße und der Kottenbachstraße als gemeinsame Männergesellschaft aufgetreten waren, trennten sie sich in den kommenden Jahren und gründeten beim Grenzgang 1894 in jeder Straße eine eigene Gesellschaft. Die Gründe der Trennung sind nicht mehr bekannt. Ab dem Grenzgang 1894 trat die Thauwinkelstraße als eigene Gesellschaft unter dem Namen „Eintracht Thauwinkel“ auf und schaffte eine Fahne an. Später, als der Eschenberg bebaut wurde und die dort wohnenden Bürger mit in die Gesellschaft einbezogen wurden, nannte man sich Männergesellschaft Thauwinkel-Eschenberg. Im Jahre 1914 wurden bereits Versammlungen abgehalten, die Frauen vom Thauwinkel stickten bereits eine Schleife und alle Birreköpper freuten sich auf den kommenden Grenzgang. Doch kurz vor dem Fest war alles vorbei, denn es brach der 1. Weltkrieg aus, zu dem die Männer und Burschen der Straße eingezogen wurden. Viele mussten damals ihr Leben lassen. Die Männergesellschaft Thauwinkel-Eschenberg ist wohl die einzige Gesellschaft, die im Besitz einer Schleife des ausgefallenen Grenzgangs 1914 ist. Beim Grenzgang 1963 merkte man, dass die 1894 angeschaffte Fahne in Gefahr war, beim kommenden Grenzgangsfest beim Schwenken auf den Frühstücksplätzen zu zerreißen. Der Vorstand beschloss daraufhin, eine neue Fahne anzuschaffen, um die alte zu schonen und zu erhalten. Es wurde in der Straße Geld gesammelt und dann erhielt der Bürger Christian Briel vom Kottenbach den Auftrag, die Fahne zu malen. Er malte sie originalgetreu nach der alten Fahne. In diese Grenzgangsperiode fiel auch der Bau der neuen Schutzhütte in 1968. Weiterhin wurden Sitzgruppen auf dem Eschenberger Triesch gebaut. Im Grenzgangsjahr 1970 wurde Karl Funk zum 1. Führer der Männergesellschaft gewählt. Dieses Amt hat er bis zum Grenzgang 2005 inne und gehört damit zu den Führern mit den meisten Amtszeiten. In 1973 wurde die Schutzhütte auf dem Eschenberger Triesch erweitert und die alte Blockhütte aus 1928 abgerissen. Aus den alten Rundhölzern wurde dem Nachwuchs eine Indianerhütte und ein Sandkasten gebaut. Weiterhin ist eine Toilettenanlage errichtet worden. Am Thauwinkel gab es früher auch so genannte Plätze für Misthaufen ( Meste genannt), da jedes Haus Haustiere (Ziegen usw.) hatte. Solch einen Platz bauten die Männer und Burschen in 1977 nach Rücksprache mit den Eigentümern zu einem Sitzplatz um, der heute noch benutzt wird. Der Name „Off da Meste“ wurde ausgewählt. Am 30 April wird jedes Jahr ein Mestefest gefeiert und der Maibaum durch unsere Burschen aufgestellt. In 1979 baute man auf dem Eschenberger Triesch einen Brunnen, was ein langjähriger Wunsch der Gesellschaft war. Die Quelle dieses Brunnens liegt 975m entfernt. In vielen Arbeitsdiensten legten die Männer und Burschen die Leitung bis auf ihren Waldplatz. Der hundertjährige Geburtstag der Gesellschaftsfahne und der Fahne der Burschen wurde 1994 mit einem großen Straßenfest gefeiert. Im Jahre 1995 teilte unsere Wirtin Brunhilde Müller mit, dass sie aus Altersgründen ihr Lokal schließen wolle, stellte den Bürgern und Burschen aber in Aussicht, dass sie ihre Scheune, früher eine Brauerei (Schäfer & Plack) für Versammlungen und Feiern zur Verfügung stellt. Sie stellte sogar das Material für den Umbau und die Bürger und Burschen die Arbeitskraft. Nach rund einem Jahr war der Umbau fertig und das Domizil wurde eingeweiht. Im Blick auf die alte Funktion bekam der Versammlungsraum den Namen “Altes Sudhaus“ und so war die Zukunft für Versammlungen gesichert. Die Männergesellschaft Thauwinkel-Eschenberg und die BS Adolf Schäfer kümmern sich um Anlagen, die eigentlich im Unterhaltungsbereich der Stadt liegen. So wurde eine Sitzgruppe an der FünfWege-Bank im Eschenberg errichtet und auch der Aussichtspunkt am oberen Steinbruch, bekannt als „Rote Bank“ in Eigenregie gebaut und gepflegt. Die Männergesellschaft Thauwinkel- Eschenberg legt viel Wert darauf, dass sie gemeinsam mit ihren Burschen der BS „Adolf Schäfer“ alle Aufgaben angeht, um so dass Jung und Alt zu fördern. Im Jahr 2013 kaufte man von der Erbin unserer ehemaligen Wirtin Karola Majewski die alte Gaststätte und eine Ferienwohnung als Wohneigentum. Dafür gründete man aus den Männern, Burschen, Frauen und Mädchen den Verein „Grenzgangsfreunde Thauwinkel 5 e.V., der aktuell 130 Mitglieder hat. Für den Kauf wurde ein Baukredit aufgenommen, der gegenfinanziert werden musste. Unter der Federführung von dem Vorsitzenden Uwe Funk und dem 2. Vorsitzenden Sven Müller wurde in vielen Arbeitsstunden ein neues Domizil erschaffen, da das „Alte Sudhaus“ nicht mehr zur Verfügung stand. Das Vereinsheim hat zwei Säle und kann etwa 100 Personen fassen. Die Ferienwohnung wird auch noch aktuell zur Gegenfinanzierung der Unkosten vermietet und nach rund 10 Jahren war man durch die hohe Anzahl an Mitgliedern und die generierten Einnahmen schuldenfrei und so für die nächsten Jahre gut aufgestellt. Den Aussichtspunkt „Rote Bank“ hat man in 2023 und 2024 mit einem Waldsofa , einem Lesesteinhaufen und einem Insektenhotel verschönert. Geplant ist für 2026 das Aufstellen eines Panoramabildes mit Erläuterungen. Auch da zeigte sich die Gemeinschaft der Männergesellschaft, der Burschenschaft und den Grenzgangsfreunden Thauwinkel 5. Das Panoramabild wurde uns von dem Owwastärra Bürger Walter Achenbach gespendet, der es auch erstellt hat.

Text: Uwe Funk

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