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Männergesellschaft
Ludwigshütte

Ersterwähnung: 1864 | Fahne von 1886

Grenzgang

Die Ersterwähnung der Männergesellschaft Ludwigshütte lässt sich auf das Jahr 1864 zurückverfolgen. Die alte Fahne stammt aus dem Jahre 1886, und die ersten Protokolle sind ebenfalls aus diesem Jahr überliefert. Am 7. Juli 1886 erklärten sich 49 „Hütter Bürger“ in der „Gaststätte Müller“ zur Teilnahme am nahenden Grenzgangsfest bereit, und es wurde hierzu eine Fahne im Wert von 24 Mark und 56 Pfennig angeschafft, die sich noch heute im Besitz, jedoch nicht mehr im Gebrauch der Männergesellschaft Ludwigshütte befindet.

Die Schutzhütte der Männergesellschaft Ludwigshütte mit dem Namen „Am Roßberg“ – gelegen zwischen „Kahn“ und „Großem Kahn“ in Nähe des Hüttenbergs – entstand in den Jahren 1928 und 1929. In den Jahren zuvor beging man die Feierlichkeiten „Im Steinbach“. Auf Anregung des Bürgers Hermann Lauber sowie unter tatkräftiger Mithilfe der Gesellschaftsmitglieder und der Zimmerei Bald, welche auf dem heutigen Gelände des Bauunternehmens Scheld auf der Ludwigshütte ein Sägewerk betrieb, konnte der Platz errichtet werden.

Das Objekt wurde am Sonntag, den 1. September 1929, von Bürgermeister Konrad Stückrath sowie Zimmermeister Ernst Thome feierlich eingeweiht. In ihren Reden wiesen sie unter anderem auf den noch nicht fertiggestellten Innenausbau der Schutzhütte hin; wörtlich hieß es: „..., dass noch manches zu verbessern sei. So fehlen z. B. noch der Fußbodenbelag und die Deckenverschalung im Hause, die mangels finanzieller Unterstützung nicht erstellt werden konnten. Wir hoffen aber hier auf die Mithilfe unserer Mitbürger und Freunde!“

Im Jahre 1935 wurde oberhalb der Schutzhütte nach tagelanger harter Arbeit eine Quelle freigelegt, und seitdem verfügt die Hütte über fließendes Wasser. Eine erste Sanierung erfolgte 1955, zehn Jahre später wurde der langgezogene östliche Anbau vollzogen. Auch hierbei arbeiteten Bürger und Burschen der Ludwigshütte – wie seinerzeit im „Hinterländer Anzeiger“ zu lesen war – „Hand in Hand“.

Auf den Tag genau, nachdem die Einweihung der ersten Hütte vollzogen worden war, feierten die Mitglieder 1979 das fünfzigjährige Jubiläum. Mit dem Spielmannszug Biedenkopf ging es vom sogenannten „Hütter Marktplatz“ hinauf zum Waldplatz. Im Beisein von Stadtrat Wilhelm Becker, Bürgeroberst Heinrich Speitel, Männerhauptmann Karl-Heinz Schneider sowie Mohr Bruno Netsch gab der damalige erste Führer der Männergesellschaft, Willi Frischholz, einen Rückblick auf das vergangene halbe Jahrhundert.

Das 1929 eingeweihte und später als „Männerhäuschen“ bezeichnete Objekt erhielt 1984 durch Malerarbeiten des Künstlers Helmut Weber aus Wallau, selbst Mitglied der Gesellschaft, eine mit malerischem Kratzputz verzierte neue Außenfassade sowie einen Innenanstrich.

Noch heute verbringen die Bürgerinnen und Bürger, ebenso wie die Burschen und Mädchen, gerne gemeinsame Stunden – beispielsweise beim traditionellen „Kartoffelbrott“ – an dieser idyllisch gelegenen Hütte am Roßberg mit Blick auf das Wahrzeichen von Biedenkopf, das Landgrafenschloss.

Text: Reiner Schwarz

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