Männergesellschaft
Hospitalstraße
Ersterwähnung: 1864 | Fahne von 1894
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Die Männergesellschaft Hospitalstraße, zwischen den Grenzgängen „Hospitalia“, ist eine der ältesten Grenzgangsgesellschaften von Biedenkopf. Erstmals erwähnt wurde die Gesellschaft 1864, die Fahne stammt aus dem Jahr 1894.
Die männlichen Mitglieder, genannt „Bürger“, rekrutierten sich vornehmlich aus dem Gebiet der Hospitalstraße mit ihren angrenzenden Straßen. Es war üblich, dass man der Gesellschaft beitrat, in deren Gebiet man wohnte. Später kamen als wichtige Kriterien auch Freundschaften und die Zugehörigkeit zu einer Burschenschaft hinzu. Als Bürger einer Gesellschaft musste man verheiratet sein – die ledigen Bewohner organisierten sich in Burschenschaften.
Im Jahr des Grenzgangsfestes, das alle sieben Jahre stattfindet, wird die Männergesellschaft im April gegründet und am Ende des Jahres in der Abschlussversammlung wieder aufgelöst. Nach der Gründung werden in den etwa zehn Versammlungen vor der Grenzbegehung die Führer und anderen Vorstandsmitglieder gewählt. Auch die Bürger, die sich als Reiter zur Verfügung stellen, werden bestätigt. Diese Versammlungen dienen der Vorbereitung auf das Grenzgangsfest im August.
Parallel zu den Bürgern organisieren sich auch die Bürgerinnen und besprechen in eigenen Versammlungen, wie sie die Männergesellschaft bei der Organisation des Grenzgangsfestes unterstützen können. In einer gemeinsamen Veranstaltung von Bürgerinnen und Bürgern wird eine Schleife für die Gesellschaftsfahne überreicht, die von den Bürgerinnen hergestellt wird.
Die Fahne einer Gesellschaft ist für die Grenzgänger etwas Besonderes. Sie ist Orientierungshilfe beim Marsch über die Grenze, Symbol der Zusammengehörigkeit über den Grenzgang hinaus und Ausdruck des Integrationsgedankens – insbesondere für neue Bürger, die mit ihrem Gelöbnis auf die Fahne ihre Treue zur Gesellschaft bekunden. Auf den Frühstücksplätzen wird die Fahne von den Fahnenträgern über den Köpfen der Gäste geschwungen, wenn diese „unter die Fahne genommen“ werden.
Die Fahne erinnert die Bürger daran, im Sinne der Tradition des Grenzgangsfestes einig in Freundschaft und Frieden zusammenzukommen. Verdeutlicht wird das durch die beiden Männerhände auf dem Fahnentuch, die sich fest drücken.
1994 konnte die Männergesellschaft Hospitalstraße das 100-jährige Jubiläum ihrer alten Fahne gebührend feiern. Am 12. August 2000 fand die Präsentation der neuen Fahne auf dem Waldplatz Lippershardt statt.
Nach Auflösung der Gesellschaft im November des Grenzgangsjahres wird als sogenannte Zwischengesellschaft die „Hospitalia“ gegründet. Der Vorstand wird übernommen und führt die Geschäfte weiter. Bei der Hospitalia besteht für Burschen oder neue Bürger die Möglichkeit, schon zwischen den Grenzgängen beizutreten.
Die Gesellschaft verfügt über einen eigenen Waldplatz mit Schutzhütte – die Lippershardt. Hier trifft man sich gerne zu verschiedenen Veranstaltungen wie Wanderungen, Fasspartien und dem traditionellen Kartoffelbraten.

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