Geschichte des Grenzgangs

Der Grenzgang unser großes Heimatfest.

Die Texte über den Grenzgang sind mit Genehmigung des Autors teilweise wörtlich
aus dem Buch "Grenzgang in Biedenkopf"  von Günther Bäumner übernommen.
Das Buch ist 1986 in zweiter Auflage erschienen und heute noch erhältlich.
Günther Bäumner war bis zu seiner Pensionierung als Lehrer an der
Stadt- und Realschule Biedenkopf tätig.

Alle sieben Jahre wird in Biedenkopf Grenzgang gefeiert.
In drei Tagen wird die Grenze des Biedenkopfer Stadtwaldes über Stock und Stein abgegangen.
Es ist ein Fest nicht nur der derzeitigen Einwohner Biedenkopfs, sondern auch der
Biedenkopfer, die aus aller Welt zu diesem Anlaß in die Heimat kommen.

Der Grenzgang als Fest wie wir es heute begehen, entstand durch die
Grenzstreitigkeiten die in früheren Jahrhunderten mit den Nachbarn immer wieder vorkamen.
Diese Streitigkeiten wurden meist durch "Grenzbegehungen" beigelegt.
Die Grenze wurde nach und nach abgesteint. Viele der Steine tragen die
Jahreszahlen 1777 und 1780.

Im Jahre 1682 ordnete Landgräfin Elisabeth Dorothea regelmäßige Grenzbegehungen an.
Der erste protokollierte Grenzgang fand im Jahre 1693(16/17 Juni) statt und dauerte 2 Tage.
Die Notwendigkeit dieser Begehung zeigte sich in der Schlichtung von Streitigkeiten
mit Dexbach und Dautphe.

Es folgte der nächste Grenzgang am 8. und 9. Juni 1716.
Der Folgende im Jahre 1723 dauerte erstmals drei Tage.
Es folgen Grenzgänge in den Jahren 1733, 1743,1756,1766,1790,
und 1809 (Mohr und Wettläufer werden erstmals erwähnt).
Mit dem Grenzgang des Jahres 1821 schließt die Geschichte der eigentlichen Grenzgänge.
Von der nächsten Grenzbegehung an handelt es sich
im Gegensatz zu den früheren um Grenzgangsfeste.

Im Jahre 1824 erfolgte die Besichtigung und Absteinung durch die Katasterbehörde was den
ursprünglichen Zweck des Grenzgangs, Kontrolle und Wahrung der Gemarkungsgrenzen
überflüssig machte.

Das erste "Grenzgangsfest" fand 1839 statt.
Es folgen Feste in den Jahren 1848,1857,1864.der im Jahre 1871 geplante wurde
nach 1872 verschoben.(Mißernte). Im Jahre 1879 sollte aus mangelndem Interesse
der Bevölkerung kein Grenzgang stattfinden, allein dem Einsatz einzelner Bürger
die 1881 ein Komitee gründeten (heutiger Grenzgangsverein)ist es zu verdanken das
wir auch heute noch unseren Grenzgang feiern können. 

Im Jahre 1886 wurde der Grenzgang wiedergeboren. In diesem Jahr wurde auch
die Stadtfahne geschaffen.Von nun an sollte der 7jährige Turnus eingehalten sofern
nicht Krieg oder Höhere Gewalt es verhinderten.
Aber schon 1893(1894) wurde um ein Jahr verschoben (Mißernte).
Es folgen die Grenzgänge 1900 und 1907.
Durch Krieg und Inflation mußten die Grenzgänge 1914 und 1921 abgesagt werden.
Im Jahr 1928 und 1935 fanden dann wieder Grenzgänge statt, wobei erwähnenswert
ist das der Posten des Männerhauptmanns hier erstmals eingeführt wird,
bei den Burschen bereits seit 1886.

Wegen des zweiten Weltkrieges folgt der nächste Grenzgang erst im Jahre 1950
(um ein Jahr verschoben) aber der 7 jährige Turnus wurde eingehalten.
1956,1963,1970,1977,1984,1991,1998,2005 also achtmal Mal in Folge konnte der Grenzgang
ohne Ausfall oder Verschiebung durchgeführt werden. 

Wenn Zeit vergeht, der Grenzgang doch nimmer verweht...
Der Stein - die Grenze - in Ewigkeit

 

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